157 Einsätze in 2017 und zehn neue Feuerwehranwärter für die Feuerwehr Ankum 

Erstmals in ihrer Geschichte hat die Feuerwehr Ankum ihre Jahreshauptversammlung in der Fahrzeughalle abgehalten. Der Grund für die ungewöhnliche Ortswahl: Der Mannschaftsraum war schlichtweg zu klein für die 70 erschienenen Kameraden und ihre Ehrengäste.

Ortsbrandmeister Ulrich Koddenberg bedankte sich bei den Mitgliedern der Ankumer Feuerwehr für die „vielen geleisteten Stunden“. Erfreulich sei es, dass gerade tagsüber viele Kameraden für den Dienst am Nächsten verfügbar seien. Koddenberg beklagte jedoch, dass es eine fehlende Wahrnehmung der Presse und der Bevölkerung über die geleisteten Tätigkeiten gebe.

Rückblick: Erfreulich sei, so Koddenberg, dass im vergangenen Jahr die Kameraden immer gesund von ihren Einsätzen zurückgekommen seien. Leider komme es immer wieder vor, dass bundesweit Kameraden im Dienst starben, so wie es ganz aktuell beim Sturmtief „Friederike“ der Fall gewesen sei, bei dem mehrere Feuerwehrleute tödlich verunglückten.

Entgegen dem Trend, dass es bei vielen Feuerwehren Nachwuchsprobleme gebe, konnte die Feuerwehr Ankum zehn neue Anwärter aufnehmen. Eine so hohe Anzahl von neuen Anwärtern hatte es so noch nie gegeben. Dies sei auf die gute Zusammenarbeit mit der Oberschule Ankum zurückzuführen. Ulrich Koddenberg hob hier Ben Kortland und Tobias Tater hervor, die die neuen Anwärter während der regulären Dienstabende betreuten und ihnen das Feuerwehrwesen näherbrachten.

Statistik: Theo Küthe gab mit einer kleinen Präsentation einen Rückblick auf das Jahr 2017. Zu insgesamt 157 Einsätzen rückten die Blauröcke aus, im Vorjahr waren es 116. Die Einsätze unterteilen sich in 46 Brandeinsätze und 111 Hilfeleistungen. Für Einsätze sowie Aus- und Fortbildungen wurden 10 400 Stunden im Dienst am Nächsten geleistet. Zurzeit leisten 73 Mitglieder, davon 63 aktiv und zehn passiv ihren Dienst bei der Feuerwehr Ankum. Küthe bedankte sich zudem bei den Familien der Feuerwehrmänner und bei den Frauen, die immer wieder bei den Blutspendediensten mithelfen.

Fahrzeuge und Ausrüstung: Das Durchschnittsalter der Ankumer Einsatzfahrzeuge beträgt 23,5 Jahre. Zwar sei man gut ausgerüstet, dennoch kommen die Fahrzeuge in die Jahre. In diesem Jahr wird die Feuerwehr Ankum ein neues Tanklöschfahrzeug 3000 Gruppe erhalten. Das Fahrgestell sei vorhanden, und der Aufbau durch die Firma Schlingmann werde in Kürze beginnen. Mit der Auslieferung sei im Sommer oder Spätherbst zu rechnen, berichtete Ulrich Koddenberg.
Eine Ersatzbeschaffung der Drehleiter sei für 2021/ 2022 geplant. Die nächste große Inspektion, die etwa 50 000 Euro kosten würde, werde nicht mehr getätigt. Dieses Geld könne man sinnvoll in neue Technik investieren. Der Einsatzleitwagen werde mit neuer Technik ausgestattet, unter anderem könne man dann auf Rettungskarten zugreifen oder sich bei Brandeinsätzen die nächstgelegenen Hydranten anzeigen lassen.

Große Sorge bereite die Ersatzbeschaffung des Löschgruppenfahrzeugs für den Katastrophenschutz. Das Fahrzeug, welches ursprünglich dafür beschafft worden war, ist vor einigen Jahren in das Eigentum der Samtgemeinde übergegangen. Daraufhin wurde ein Löschgruppenfahrzeug aus dem Landkreis als „Platzhalterfahrzeug“ für den Katastrophenschutz in Ankum untergebracht. Nun sei dieses Fahrzeug jedoch zurzeit ohne gültigen Tüv, auch sei die Frontpumpe dieses Fahrzeugs kaputt. Wann dieses Fahrzeug vom Bund neu beschafft werde, sei weiterhin unklar.
Vor Kurzem wurden mehrere Kohlenstoffmonoxid (CO)-Warner beschafft. Diese dienten der Sicherheit vor dem farb-, geruchs- und geschmacksneutralen, toxischen Gas. Ebenfalls neu beschafft wurden 20 neue Digitalfunkgeräte.

Grußworte: Samtgemeindebürgermeister Horst Baier zeigte sich beeindruckt von der Anzahl der Kameraden und der hohen Anzahl an neuen Anwärtern. „Die Nachwuchsarbeit in der Samtgemeinde stimmt, eine gute Entwicklung.“ Ankums Bürgermeister Detert Brummer-Bange überbrachte Grüße im Namen der Gemeinde und des Landkreises: „Die Ankumer Feuerwehr ist im Landkreis sehr gut bekannt, im Positiven“.

Stefan Klune, stellvertretenden Bürgermeister aus Eggermühlen, teilte mit, dass sich die Bevölkerung in Eggermühlen gut betreut fühle und die Ankumer Feuerwehr dort ein großes Ansehen habe.

Gemeindebrandmeister Stefan Bußmann bedanke sich ebenfalls für die geleistete Arbeit und fügte hinzu: „70 Kameraden auf einem Haufen – läuft!“ Auch Fachdienstleiter Andreas Schulte bedankte sich für die geleistete Arbeit: „Kommt heile von den Einsätzen zurück.“

Manfred Buhr, Vorsitzender des Feuerwehrverbandes Altkreis Bersenbrück, verwies darauf, dass man einen schwierigen und teilweise gefährlichen Job mache, „Sicherheit geht vor, bringt euch nicht selbst bewusst oder unbewusst in Gefahr“.

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BEFÖRDERUNGEN UND EHRUNGEN

Ulrich Koddenberg beförderte Marcel Hellebusch zum Feuerwehrmann, Lou Berling, Stefan Geers und Patrick Hesse zum Oberfeuerwehrmann und Jörg Schwuchow zum 1. Hauptfeuerwehrmann. Gemeindebrandmeister Stefan Bußmann beförderte Heiko Hesse zum Hauptlöschmeister. Jens Koddenberg und Arno Schulte wurden für ihre 25-jährige Mitgliedschaft mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Silber geehrt. Für sein besonderes Engagement wurde schließlich noch Patrick Siebrecht gewürdigt. Dieser kümmert sich seit nunmehr zehn Jahren um den Internetauftritt der Feuerwehr Ankum. Stets informativ und immer aktuell, wie Ortsbrandmeister Koddenberg betonte und übergab als Dank noch ein Präsent.

Verbandsvorsitzender ehrt verdiente Mitglieder 

Manfred Buhr, Vorsitzender des Feuerwehrverbandes Altkreises Bersenbrück, ehrte in der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Ankum vier Kameraden für ihre besonderen Verdienste.

Oberbrandmeister Johannes Summe wurde für 40-jährige Feuerwehrmitgliedschaft geehrt. Dieser war 1977 in die Feuerwehr eingetreten und hatte von 1984 bis 1988 das Amt des Gerätewartes inne. Von 1990 bis 1999 war er Sicherheitsbeauftragter, bevor er von 1999 bis 2003 zum Zugführer gewählt worden war. 2003 war Summe dann stellvertretender Zugführer, bis er 2004 das Amt des stellvertretenden Ortsbrandmeisters übernahm. 2014 gab Summe sein Amt an Tim Schulte ab.

Mehrere Jahre war Summe als stellvertretender Zugführer in der Feuerwehrbereitschaft tätig, zuletzt als Zugführer. Besonders hervorzuheben sei, dass Johannes Summe neun verschiedene Lehrgänge besucht habe.
Hauptfeuerwehrmann Alfons Schumacher wurde ebenfalls für seine 40-jährige Feuerwehrmitgliedschaft geehrt. Schumacher war 1977 in die Feuerwehr eingetreten und ist seit den 1980er-Jahren für die Reinigung und Instandhaltung der Getränkeanlage zuständig.

Oberbrandmeister Jürgen Schwuchow, Träger der Ehrenmedaille für den Einsatz bei der Waldbrandkatstrophe 1975 in der Lüneburger Heide, wurde für seine 50-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Von 1975 bis 1981 war Schwuchow stellvertretender Ortsbrandmeister der Feuerwehr Nortrup, von 1999 bis 2003 stellvertretender Zugführer der Feuerwehr Ankum, bevor er bis 2011 das Amt des Zugführers bekleidete.

Ebenfalls seit 50 Jahren dabei ist Hauptfeuerwehrmann Kurt Wiesing, der sich mehrere Jahre um das besondere Freundschaftsverhältnis zwischen den Feuerwehren Merzen und Ankum gekümmert hat.

Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt
Autor (Text und Foto 2): Patrick Siebrecht
Foto 1: Moritz Viere/ Feuerwehr Ankum